Was eine faire Hosting-Vereinbarung enthält

Acht Punkte, die in jeder Hosting-Vereinbarung stehen sollten. Sind sie nicht drin, sind Sie schlecht geschützt.

Vertraege Redaktion Webseite fair 5 Min. Lesezeit
Serverraum — Symbol für Hosting-Infrastruktur
Foto: Taylor Vick / Unsplash

Hosting-Verträge sind das am häufigsten unterzeichnete und am seltensten gelesene Vertragswerk in der Webdesign-Branche. Kunden nicken ab, ohne zu wissen, was konkret geregelt ist. Das kann teuer werden — besonders, wenn es später um Preiserhöhungen, Ausfälle oder Kündigungen geht. Hier kommen die acht Punkte, die in jedem fairen Hosting-Vertrag stehen sollten.

Punkt 1: Welche Leistungen schriftlich festgehalten sein müssen

Klingt banal, ist aber wichtig. Viele Hosting-Verträge sind so vage formuliert, dass später niemand weiß, was eigentlich vereinbart war. Konkret sollte im Vertrag stehen:

  • Welche Website wird gehostet (Domain)
  • Welches Hosting-Paket ist gebucht (Speicher, Traffic, Datenbanken)
  • Welches Betriebssystem und welche Software laufen auf dem Server (PHP-Version, etc.)
  • Welche zusätzlichen Services sind enthalten (SSL, Backups, Monitoring, Support)

Ohne diese Informationen können Sie später nicht prüfen, ob die vereinbarte Leistung tatsächlich erbracht wird.

Faire Formulierung: „Der Anbieter hostet die Domain [www.kunde.de] auf einem Server in Deutschland. Inklusive sind: täglicher Backup, SSL-Zertifikat, 99,9 % Uptime-Verpflichtung, PHP 8.x, E-Mail-Support während Werktagen."

Punkt 2: Mindestlaufzeiten und Kündigungsfristen

Das ist der Punkt, an dem Unfairness am häufigsten versteckt wird. Die typische Praxis bei vielen Agenturen:

  • 12 Monate Mindestlaufzeit
  • 3 Monate Kündigungsfrist vor Ende
  • Automatische Verlängerung um weitere 12 Monate

Das bedeutet: Wenn Sie den Kündigungstermin verpassen, sind Sie für weitere 12 Monate gebunden. Manche Anbieter kombinieren das mit schwierig auffindbaren Kündigungstermin-Informationen.

Faire Formulierung: „Die Mindestlaufzeit beträgt einen Monat. Die Kündigung ist mit einer Frist von 14 Tagen zum Monatsende möglich. Eine automatische Verlängerung findet nicht statt — der Vertrag läuft so lange weiter, bis er gekündigt wird."

Das ist faire Praxis im Hosting-Markt. Längere Laufzeiten oder längere Kündigungsfristen sind in der Regel zum Nachteil des Kunden.

Punkt 3: Backup-Frequenz und Wiederherstellungs-Garantien

Backups sind der wichtigste Schutz gegen Datenverlust. Der Vertrag sollte klar regeln:

  • Wie oft wird gebackupt? (Täglich? Wöchentlich?)
  • Wie viele Backup-Versionen werden aufbewahrt? (7 Tage? 30 Tage?)
  • Wo werden die Backups gespeichert? (Auf demselben Server? Auf einem separaten Backup-Server? Offsite?)
  • Wer stellt im Notfall wieder her? (Der Anbieter auf Anfrage? Der Kunde selbst?)
  • Wie lange dauert eine Wiederherstellung maximal?

Faire Formulierung: „Tägliche Backups der Website und Datenbank werden 7 Tage aufbewahrt. Wöchentliche Backups werden 4 Wochen aufbewahrt. Im Notfall stellt der Anbieter die Website innerhalb von 24 Stunden nach Anforderung wieder her. Die Wiederherstellung ist im Hosting-Paket enthalten."

Ohne diese Regelungen stehen Sie bei Datenverlust im Regen.

Punkt 4: SLA — Was bei Ausfällen passiert

SLA steht für „Service Level Agreement" — die Verpflichtung des Anbieters zu bestimmten Service-Leveln. Im Hosting-Kontext geht es meist um Verfügbarkeit (Uptime):

  • 99 % Uptime = ca. 7,3 Stunden Ausfall pro Monat erlaubt
  • 99,5 % Uptime = ca. 3,6 Stunden Ausfall pro Monat
  • 99,9 % Uptime = ca. 43 Minuten Ausfall pro Monat
  • 99,99 % Uptime = ca. 4 Minuten Ausfall pro Monat

Die meisten Hosting-Anbieter versprechen 99,9 % Uptime — das ist für eine Firmenwebsite in der Regel ausreichend. Wichtig ist, dass das auch schriftlich zugesichert ist.

Was bei Nicht-Erreichen passiert: Ein fairer Vertrag regelt, was passiert, wenn die Uptime-Zusage nicht gehalten wird. Typisch: Anteilige Erstattung des Monatsbeitrags bei erheblichen Ausfällen.

Faire Formulierung: „Der Anbieter garantiert eine Verfügbarkeit von 99,9 % im Jahresmittel. Bei Unterschreitung werden auf Antrag Gutschriften auf kommende Monatsbeiträge gewährt, gestaffelt nach Ausfalldauer."

Punkt 5: Preisanpassungen und Vorankündigung

Hosting-Preise können sich ändern. Das ist legitim — aber es sollte geregelt sein, wie und wann.

Unfaire Praxis: Preiserhöhungen werden einseitig und ohne Vorankündigung umgesetzt. Der Kunde bemerkt sie erst auf der nächsten Rechnung.

Faire Regelung: Preiserhöhungen werden mindestens 30 Tage vorher schriftlich angekündigt. Der Kunde hat das Recht, innerhalb von 14 Tagen nach Ankündigung kostenlos zu kündigen, ohne die bisherige Laufzeit einzuhalten.

Formulierung: „Preisanpassungen werden mindestens 30 Tage vor Wirksamwerden schriftlich angekündigt. Der Kunde kann in diesem Fall innerhalb von 14 Tagen nach Benachrichtigung außerordentlich kündigen."

Das ist fair, weil beide Seiten Planungssicherheit haben.

Punkt 6: Datenexport bei Vertragsende

Was passiert mit Ihren Daten, wenn Sie den Vertrag kündigen? Die faire Antwort: Sie bekommen sie vollständig und ohne Zusatzkosten.

Was Sie bekommen sollten:

  • Alle Dateien der Website (HTML, CSS, Bilder, etc.)
  • Datenbank-Exporte (bei CMS-basierten Sites)
  • E-Mail-Archive (wenn der Anbieter E-Mail-Hosting bereitstellt)
  • Eventuelle Logfiles und Statistiken
  • Dokumentation über Server-Konfiguration

Unfaire Praxis: Datenexport kostet extra, oder wird verzögert, oder wird an Bedingungen geknüpft.

Faire Regelung: „Bei Vertragsende stellt der Anbieter auf Wunsch des Kunden einen vollständigen Export aller Daten bereit. Der Export ist kostenlos und erfolgt innerhalb von 7 Werktagen nach Anfrage."

Das ist der absolute Mindeststandard. Wenn ein Anbieter das nicht zusagt, sind Sie in einem Lock-In-Risiko.

Punkt 7: Haftung und Sicherheit

Was passiert, wenn es zu einem Sicherheitsvorfall kommt? Wer haftet wofür?

Die Grundsätze:

  • Der Anbieter haftet für Sicherheitsprobleme auf Server-Ebene (unsichere Konfiguration, nicht installierte Updates, etc.)
  • Der Kunde haftet für Sicherheitsprobleme auf Anwendungs-Ebene (schwache Passwörter, kompromittierte Accounts, etc.)
  • Beide haften gemeinsam bei Zwischenfällen, die beide Bereiche betreffen

Faire Regelung: „Der Anbieter verpflichtet sich, die Server regelmäßig mit Sicherheitsupdates zu versorgen. Bei einem Sicherheitsvorfall auf Server-Ebene haftet der Anbieter bis zur Höhe des Jahresbeitrags. Der Kunde ist verpflichtet, sichere Passwörter zu verwenden und seine Zugangsdaten nicht weiterzugeben."

Das ist keine rechtliche Beratung — sprechen Sie mit einem Anwalt über die konkrete Haftungsverteilung. Aber im Vertrag sollte sie geregelt sein.

Punkt 8: Kommunikationswege und Reaktionszeiten

Was tun Sie, wenn etwas nicht funktioniert? Wie erreichen Sie den Anbieter? Wie schnell bekommen Sie eine Antwort?

Fair sollte geregelt sein:

  • Welche Kanäle: E-Mail, Telefon, Ticket-System?
  • Reaktionszeiten: Wann wird antwortet? Gleicher Werktag? Nach 24 Stunden?
  • Notfall-Kontakt: Was tun bei akuten Ausfällen?
  • Geschäftszeiten: Wann ist Support erreichbar?

Faire Formulierung: „Support ist werktags von 9-17 Uhr per E-Mail und Telefon erreichbar. Reaktionszeit auf E-Mails: spätestens am nächsten Werktag. Bei Ausfällen außerhalb der Geschäftszeiten: Notfall-Hotline unter [Nummer]. Reaktionszeit: 4 Stunden."

Das ist ein fairer Kompromiss zwischen Anbieter-Kapazität und Kunden-Bedarf. Größere Reaktionszeiten sind bei einfachen Hosting-Paketen normal, sollten aber klar kommuniziert werden.

Unser Hosting-Angebot im Überblick

Unsere Hosting-Pakete (15-39 Euro pro Monat) beinhalten alle acht Punkte in fairer Form:

  • Klare Leistungsbeschreibung: Was genau enthalten ist, steht schwarz auf weiß
  • Ein Monat Mindestlaufzeit, 14 Tage Kündigungsfrist
  • Tägliche Backups, 7 Tage Aufbewahrung
  • 99,9 % Uptime-Ziel
  • 30 Tage Vorankündigung bei Preisanpassungen
  • Datenexport ohne Zusatzkosten bei Vertragsende
  • Klare Haftungsverteilung im Vertrag
  • E-Mail-Support werktags mit Reaktion am nächsten Werktag

Das ist keine Premium-Kategorie — das ist Standard. Faire Hosting-Vereinbarungen sollten diese acht Punkte erfüllen, und wenn ein Anbieter bei einem Punkt ausweicht oder schwammig wird, ist das ein Warnsignal.

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